Around the Book World

Published: 20.10.2026

Jede Woche fasst unser Kolumnist Carlo Carrenho die internationale News der Branche zusammen. Diesmal: Macht YouTube in Hörbücher? Marvel goes Webtoon, Afrika entdecken

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Hört YouTube bei Spotifys Hörbüchern mit?

YouTube prüft einen Einstieg ins Hörbuchgeschäft und könnte 2027 einen neuen Dienst starten, um Spotify und Amazons Audible Konkurrenz zu machen, berichtet The Wall Street Journal. Die zur Alphabet-Gruppe gehörende Plattform hat das Projekt mit Verlagen besprochen und erwägt, Hörbücher in YouTube Premium aufzunehmen, ihren werbefreien Abodienst ab 15,99 US-Dollar (in Deutschland ab 14,99 €) im Monat, der bereits Musik und Videos bietet. Details sind noch unklar, etwa wie Hörbücher präsentiert würden und ob einzelne Titel separat gekauft werden könnten.

Carlo's take: Die Nachricht kommt nur eine Woche, nachdem Spotify angekündigt hatte, Hörbücher auf 180 Märkte weltweit auszuweiten. Sollte YouTube Spotifys Ansatz folgen und Hörbuchstunden ohne Aufpreis in bestehende Premium-Abos aufnehmen, könnten Millionen Verbraucher sofort Zugang zum Format erhalten – und damit praktisch über Nacht neue Hörbuchmärkte entstehen. Die Frage ist allerdings, wie Verlage vergütet würden. Hörbücher sind auf YouTube bereits verfügbar, allerdings verstreut statt als eigenes Format, und die erzielten Erlöse sind verschwindend gering. Ein echtes Hörbuchangebot könnte das ändern, je nach Geschäftsmodell. Auch wenn der WSJ-Artikel wenig darüber verrät, wie der Dienst funktionieren könnte, wäre eine weitere globale Plattform für die Branche eine willkommene Ergänzung – gerade in Märkten, in denen der Hörbuchhandel noch begrenzt ist oder gar nicht existiert.

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Platz da, Thor und Naruto: Asiens Plattformen sind die neuen Superhelden

Marvel startet gemeinsam mit dem südkoreanischen Anbieter Webtoon am 16. November Marvel Comics powered by Webtoon, berichtet der japanische Verlagsexperte Ken Kikuchi. Die Plattform bietet ab 9,99 US-Dollar (rund 9 €) im Monat mehr als 35.000 Comics im klassischen Seiten- und im vertikalen Scroll-Format sowie personalisierte Empfehlungen. Sie ersetzt Marvel Unlimited, das den Lesezugang am 7. Dezember einstellt und am 28. Dezember abgeschaltet wird; Nutzer können ihren Leseverlauf und gekaufte Inhalte übertragen. Die Partnerschaft erweitert Webtoons Rolle im digitalen Vertrieb von Marvel und spiegelt die wachsende Bedeutung von Digital-first-Comics wider, die später auch gedruckt erscheinen können. Unterdessen weitet Sonys Crunchyroll seinen Dienst Crunchyroll Manga über die USA und Kanada hinaus auf 11 weitere Märkte aus, darunter Großbritannien, Australien und Indien – als Teil von Sonys breiterer internationaler Strategie für japanische Anime und Manga.

Carlo's take: Beide Entwicklungen unterstreichen die zunehmende Plattformisierung der Comicbranche und die zentrale Rolle, die asiatische Unternehmen in diesem Wandel spielen. Dass Marvel seinen neuen digitalen Comicdienst Webtoon anvertraut, zeigt die Stärke der südkoreanischen Plattform. Womöglich noch bedeutsamer ist die internationale Expansion von Crunchyroll Manga, die einen breiteren Trend in Japan widerspiegelt: Verlage und Medienunternehmen versuchen zunehmend, ein globales Publikum direkt zu erreichen, statt sich ausschließlich auf Rechteverkäufe und Lizenzen zu verlassen. Ob sie westliche Inhalte wie Marvels Comics vertreiben oder ihr eigenes geistiges Eigentum auf internationale Märkte bringen – asiatische Unternehmen gewinnen zunehmend Kontrolle über den globalen Comicvertrieb.

Afrikas Verlagspotenzial ist zu groß, um es zu übersehen

Laut einem Artikel von Agnès Debiage in ActuaLitté durchläuft Afrikas Verlagswesen einen tiefgreifenden Wandel: Neue Verlage, digitale Plattformen und Vertriebsmodelle entstehen, besonders in den frankophonen Märkten. Die UNESCO schätzt, dass die Buchbranche des Kontinents 2023 einen Umsatz von 7 Mrd. US-Dollar (6,2 Mrd. €) erzielte – nur 5,4 % des globalen Markts von 129 Mrd. US-Dollar (115,1 Mrd. €), obwohl Afrika 18 % der Weltbevölkerung stellt. Das Potenzial könnte bei mindestens 18,5 Mrd. US-Dollar (16,5 Mrd. €) liegen, davon 13 Mrd. US-Dollar (11,6 Mrd. €) im Bildungsbereich, wenn alle Schülerinnen und Schüler für jedes Fach ein gedrucktes Schulbuch hätten. Buchimporte von 597 Mio. US-Dollar (533 Mio. €) übertrafen die Exporte von 81 Mio. US-Dollar (72 Mio. €) bei Weitem. Das Kinderbuchsegment wächst, getragen von 691 Mio. Menschen unter 18 Jahren im Jahr 2024, deren Zahl bis 2030 auf 750 Mio. steigen soll. Zudem leben 65 % der französischsprachigen Menschen weltweit in Afrika, bis 2050 könnten es 90 % sein. Der digitale Vertrieb gewinnt an Boden: 2025 besaßen fast 66 % ein Mobiltelefon, und Plattformen wie YouScribe, Zebra Comics und Plumics erweitern den Zugang. Auch in Ghana, Togo und der Elfenbeinküste kommen Hörbücher auf. Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin bei der beruflichen Ausbildung, der Vergütung von Autoren und im Vertrieb; die Handelsspannen der Buchhandlungen liegen meist bei nur 20–25 %.

Carlo's take: Agnès Debiage hat einen Großteil ihrer Laufbahn der Förderung des Verlagswesens in Afrika gewidmet, insbesondere in den frankophonen Märkten, weshalb ihre umfassende Bestandsaufnahme eine willkommene Quelle für Branchendaten ist. Die Zahlen zeigen eine erhebliche Lücke zwischen dem Potenzial des Kontinents und seiner aktuellen Marktgröße und erinnern die globale Verlagsbranche zugleich daran, die Chancen und Herausforderungen der Region nicht zu übersehen. Eine interessante Perspektive auf den afrikanischen Bildungsmarkt lieferte der Verlagsanalyst Mark Williams, der in Gambia auch eine Schule betreibt, in einem Kommentar zum Artikel auf LinkedIn. Williams argumentierte, dass ein gedrucktes Schulbuch pro Schüler und Fach womöglich nicht der beste Ansatz für Bildung in Afrika ist. Gestützt auf seine Erfahrung betonte er, dass der Unterricht über das Schulbuch hinaus zu wirksameren Lernmethoden finden müsse. Sein Lösungsvorschlag ist besonders relevant: Bildungsverlage sollten mit Anbietern von Bildungstechnologie zusammenarbeiten, statt unabhängig voneinander zu agieren oder miteinander zu konkurrieren.

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Zen in der Kunst der Hörbuchlizenz: In Japan zahlt sich Geduld aus

Laut Sankei Shimbun etablieren sich Hörbücher als Japans „drittes Buchformat“, wobei Abos das Wachstum antreiben und literarische Belletristik an Beliebtheit gewinnt. Bei den fünften Audiobook Awards, ausgerichtet vom audiobook.jp-Betreiber Otobank, beschrieb das Unternehmen den Wandel seines Publikums seit dem Start 2007. Anfangs auf Business-, Ratgeber- und Sprachlerntitel für männliche Berufstätige ausgerichtet, weitete sich die Plattform nach der Einführung von Flatrate-Abos 2018 auf Belletristik aus. Die Mitgliederzahl ist von weniger als 10.000 im Jahr 2007 auf mehr als 3,5 Mio. gestiegen; Frauen stellen inzwischen 35 % der Nutzer, gegenüber 14 %, und Hörer ab 60 Jahren machen 22 % aus. Die Rechte zu sichern, bleibt schwierig. „Wir haben Verlage immer wieder besucht, um Vertriebsrechte zu bekommen, und oft vorgeschlagen, es zunächst mit nur einem Titel zu versuchen. In manchen Fällen hat es zwölf Jahre Besuche gedauert, bis wir endlich die Erlaubnis erhielten“, erinnerte sich Otobank-CEO Yuya Kubota. Unterdessen gewinnt der Einsatz in Unternehmen an Boden: Die Restaurantkette Ichibanya meldet für ihr Hörbuchprogramm für Mitarbeitende eine Nutzungsquote von 80 %.

Carlo's take: Otobanks audiobook.jp ist ein deutliches Beispiel für das Wachstum der Hörbücher in Japan und konkurriert direkt mit Audible – in einem Markt, in dem informelle Branchenschätzungen beiden Plattformen etwa gleich große Anteile zuschreiben. Kubotas zwölfjährige Erfahrung zeigt zudem, wie viel Geduld es in Japan braucht, um Rechte zu sichern, besonders für neue Formate, bei denen lokale Beziehungen und Vertrauen so wichtig sein können wie finanzielle Mittel. Ebenso interessant ist Otobanks Fokus auf den B2B-Vertrieb, bei dem Unternehmenspartnerschaften eine bemerkenswert hohe Beteiligung der Mitarbeitenden erreichen. Hörbücher als Mitarbeiterleistung oder als Teil anderer Kundenservices anzubieten, könnte sich als wirksamer Weg erweisen, die Verbreitung in Märkten zu beschleunigen, in denen sich das Format noch entwickelt.

BookBeat plädiert in Schweden für offene Beziehungen

Laut DPR argumentierte BookBeat-CEO Niclas Sandin bei seiner Präsentation auf der Frankfurter Buchmesse, dass das Wachstum im Hörbuchmarkt eher von Engagement und Kundenbindung abhängt als von der Größe des Katalogs. Mit fast 1,3 Mio. zahlenden Abonnenten in 10 europäischen Märkten hat BookBeat seit 2015 mehr als 1,5 Mrd. Hörstunden verzeichnet und über 500 Mio. € an Verlage ausgezahlt. Der tägliche Konsum erreicht eine Million Stunden, davon mehr als 90 % im Audioformat, und bei manchen Titeln liegt die Abschlussquote bei 82 %. Sandin kritisierte Exklusivität als Wachstumsstrategie und warnte, verzögerte Veröffentlichungen oder schlechte Platzierung könnten Verlage bis zu 70 % ihrer potenziellen Hörer kosten. Er gab zudem zu bedenken, dass Übersetzungen ohne lokale Relevanz und Marketing kein Publikum garantieren. Unterdessen entfallen 2026 nur 0,4 % der Hörzeit bei Neuerscheinungen auf KI-Erzählstimmen – ein Hinweis darauf, dass sie den Markt noch nicht verändert haben.

Carlo's take: BookBeat und Sandin verdienen Anerkennung dafür, dass sie in Frankfurt Jahr für Jahr detaillierte Marktdaten teilen. Solche Transparenz trägt zu einer gesünderen Hörbuchbranche bei. Dass Bonnier in Privatbesitz ist, mag das erleichtern, doch diese Offenheit ist keine Selbstverständlichkeit. Besonders bemerkenswert war Sandins Ablehnung exklusiver Inhalte. Exklusivität droht den Markt zu fragmentieren und zwingt Verbraucher, sich zwischen Plattformen zu entscheiden oder mehrere Abos zu unterhalten – wozu nur wenige bereit sind. Diese Position hat Gewicht, denn Bonnier ist Schwedens größter Publikumsverlag und könnte seinen Katalog nutzen, um BookBeat zu bevorzugen – und damit womöglich einen Exklusivitätskrieg auslösen, von dem niemand profitieren würde. Auch Sandins KI-Zahlen sind ein Realitätscheck: KI-vertonte Titel machen 7 % der Neuerscheinungen aus, aber nur 0,4 % der Hörzeit bei Neuerscheinungen. Zumindest bei den Abonnenten von BookBeat bleibt die KI-Erzählstimme eine Randerscheinung.

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Von KI-Stimmen und dem Appetit der Kannibalen

Laut DPR ergab eine von Audible in Auftrag gegebene NielsenIQ-Studie, dass rund 50 % der Verbraucher bereit wären, KI-vertonte Hörbücher auszuprobieren. Die Studie The Future of Listening mit 18.000 Befragten in 11 Märkten zeigte ein größeres Interesse an KI-Erzählstimmen bei Belletristik als bei Sachbüchern – außer in Deutschland und Japan. Bei der Vorstellung der Ergebnisse in Frankfurt betonte Audibles Chief Content Officer Rachel Ghiazza (Foto), KI solle menschliche Sprecherinnen und Sprecher ergänzen statt ersetzen, wobei Qualität und Transparenz Priorität behielten. Die Studie stellt auch Sorgen vor Kannibalisierung infrage: 69 % der Hörer hatten ein Buch gehört, das sie zuvor gelesen hatten, und 63 % kauften ein weiteres Buch einer Autorin oder eines Autors, die sie über Audio entdeckt hatten. Zudem gaben 34 % an, mehr Hörbücher zu hören als ein Jahr zuvor.

Carlo's take: Audibles Ergebnisse deuten auf eine beträchtliche Offenheit gegenüber KI-Erzählstimmen hin, doch die tatsächlichen Verkäufe erzählen eine andere Geschichte. Laut der Audio Publishers Association entfielen 2025 nur 0,03 % der Hörbuchumsätze auf KI-vertonte Titel. Das bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass Verbraucher synthetische Stimmen ablehnen. KI-Erzählstimmen werden oft für Backlist-Titel oder Bücher mit begrenztem kommerziellem Potenzial eingesetzt, weshalb sich die Wirkung der Stimme kaum von der Anziehungskraft des Inhalts selbst trennen lässt. Was die Kannibalisierung angeht, ist eine gewisse Verdrängung zwischen den Formaten unvermeidlich, doch das schadet der Branche nicht unbedingt. Entscheidend ist das Nettoergebnis: Wenn zusätzliche Hörbuchumsätze die Verluste bei Print und E-Books mehr als ausgleichen, profitiert der Markt dennoch. Nicht die Kannibalisierung ist das Problem, sondern ein Negativsummenspiel.

Europas größte Druckerei will nur ein einziges Exemplar drucken

Der italienische Buchdrucker Grafica Veneta hat die britischen Unternehmen CPI Books und CPI Antony Rowe übernommen, berichtet Il Nord Est. Der über die GV Group der Muttergesellschaft SoFiGraf abgewickelte Deal verdoppelt nahezu den Umsatz und festigt die Position als größte Buchdruckerei Europas. Die übernommenen Unternehmen erwirtschaften jährlich rund 150 Mio. € und produzieren mehr als 100 Mio. Bücher. Während CPI Books auf den klassischen Druck ausgerichtet ist, wickelt CPI Antony Rowe jährlich mehr als 700.000 Aufträge im Print-on-Demand (POD) und Kleinauflagendruck ab. Die GV Group betreibt nun 10 Standorte mit 1.800 Beschäftigten, verfügt über eine Jahreskapazität von mehr als 400 Mio. Büchern und erzielt mehr als 80 % ihres Umsatzes in Großbritannien und den USA. Chairman Fabio Franceschi erwartet, dass POD wächst, während klassische Auflagen zurückgehen, und plant weitere Übernahmen, insbesondere in den USA.

Carlo's take: Besonders bedeutsam ist die Übernahme von CPI Antony Rowe, denn der britische Drucker bietet bereits POD ab einem Exemplar inklusive Fulfillment an und konkurriert in Großbritannien direkt mit Lightning Source. Bislang fehlte Grafica Veneta diese Fähigkeit, trotz eigener Digitaldruckaktivitäten. In Italien bieten Unternehmen wie Rotomail dieses Modell bereits an, bei dem Bücher nach Eingang einer Bestellung einzeln gedruckt und schnell an Händler oder Endkunden geliefert werden. Der Deal führt Grafica Veneta damit über den digitalen Kleinauflagendruck hinaus in echtes POD ab einem Exemplar. Da weitere Übernahmen erwartet werden, könnte die Expansion der Gruppe in dieses Segment den Wettbewerb im internationalen Buchdruck neu ordnen.

Was mir sonst noch aufgefallen ist

Eine Chatschapuri-Redaktion. Seit 2025 ist BookTok Georgiens eigene Website für die Buchbranche und bündelt Verlagsnachrichten, Marktanalysen und Rezensionen.

Eine Steuerwaffel. Belgische Buchprofis haben auf den Vorschlag, die Mehrwertsteuer auf Bücher von 6 % auf 9 % anzuheben, mit der Forderung nach einem Nullsatz für gedruckte Bücher, E-Books und Bildungsmaterialien reagiert, laut Livres Hebdo.

Ein Pitch für die Politik. Schwedens Buchbranche erwirtschaftet 26 Mrd. SEK (2,3 Mrd. €), beschäftigt 12.300 Menschen und führt im Norden bei den Literaturexporten – so ein neuer Bericht, den der Schwedische Verlegerverband an alle Abgeordneten des schwedischen Reichstags geschickt hat.

Ein türkisches BookScan. Sechs Monate nach seinem Ruhestand ist der Buchdaten-Veteran Jeremy Neate als Berater des türkischen Unternehmens Kibo zurück. In einem LinkedIn-Beitrag kündigte er seine Rückkehr und den Start von Kibo Index an, einem Dienst zur Erfassung der Buchverkäufe im Handel, der zunächst 20–25 % des türkischen Markts abdeckt.

Eine fjordtiefe Lücke. Spotify hat Hörbücher in Norwegen mit mehr als 350.000 Titeln gestartet – allerdings ohne die drei größten Verlage des Landes: Cappelen Damm, Aschehoug und Gyldendal, laut Boktugg.

Ein vierhundertstes Kapitel. Empik, der polnische Verlags- und Buchhandelsriese, hat in Konstancin-Jeziorna seine 400. Filiale im Inland eröffnet, laut Rynek Książki.

Eine Öresund-Übernahme. Die schwedische Verlagsgruppe Bonnier Books hat über ihre dänische Tochter den Kopenhagener Verlag Jentas Books übernommen, der auf Unterhaltungsliteratur und digitales Publizieren in neun Sprachen spezialisiert ist, laut Boktugg.

Ein Rauswurf mit achtzig. Die 80 Jahre alte Madrider Buchhandlung Pérgamo muss ihre historischen Räume verlassen, weil der Eigentümer den Mietvertrag nicht verlängert, laut PublishNews Spain.

Carlo

Der Autor dieser Kolumne hat beschlossen, nach der Frankfurter Buchmesse nicht direkt nach Schweden zurückzukehren, sondern stattdessen eine Woche in seinem geliebten sardischen Städtchen Santu Lussurgiu zu verbringen, um nach einer der intensivsten, aber auch schönsten Frankfurt-Erfahrungen seines Lebens abzuschalten. Die Wette ging auf: Sonniges, warmes Wetter lieferte die perfekte Inspiration für diese Kolumne, geschrieben auf Sardinien.

Während der Messe verfolgte der Autor dieser Kolumne das Interview mit dem designierten Direktor der Frankfurter Buchmesse, Joachim „Joe“ Kaufmann, geführt von Publishing-Perspectives-Chefredakteur Andrew Albanese. Als Kaufmann seine internationale Erfahrung erwähnte, darunter ein Abenteuer in Brasilien für Bonnier, musste der Autor dieser Kolumne schmunzeln. Schließlich hatte er Kaufmann 2013 auf dieser zehntägigen Reise begleitet und ihn mit Verlagen, Unternehmen, Städten sowie reichlich lokalem Essen und Trinken bekannt gemacht. Im Gegenzug erhielt er einen Intensivkurs im deutschen Verlagswesen und verdankt Kaufmann vermutlich einen Großteil dessen, was er über den deutschen Buchmarkt weiß.

Angesichts dieser gemeinsamen Geschichte ist der Autor dieser Kolumne gespannt, was Kaufmann nach Frankfurt bringen wird. Und da der designierte Direktor erwähnte, man müsse Fachbesucher davon abhalten, die Messe zu früh zu verlassen, hat er einen Vorschlag: eine große „The Boss Is Gone“-Party am Freitagabend. Das dürfte die Mitarbeitenden in der Stadt halten und die CEOs womöglich sogar neidisch machen, dass sie früher abgereist sind. Die Agora dürfte noch frei sein und wäre der perfekte Ort!

Die Kolumne erscheint montags im Original bei Publishing Perspectives auf Englisch,  Zweitveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von PP.

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